ORGELGESCHICHTE

Die Orgelgeschichte von St. Anna

Die erste Kirchenorgel von St. Anna:
wurde von der Firma Mitterreiter aus Graz im Jahr 1715 im Zuge des Kirchenneubaues installiert. Sie wurde von der Schwester des damaligen Klöcher Pfarrers Schilli gestiftet.
St. Anna war zu diesem Zeitpunkt Filialkirche von Klöch.
Fürstbischof Schuster bezeichnete in der Festschrift von 1888 diese Orgel als eine der bestklingenden der Steiermark. Über die Ausstattung (Register, Pfeifen, Disposition) ist heute leider nichts mehr bekannt und auch nichts in Aufzeichungen zu finden. In der Pfarrchronik steht lediglich, dass man das Instrument mit einem „ehrwürdigen Begräbnis“ verabschiedete.

Die zweite Kirchenorgel:
Sie wurde 1915 als pneumatisches Orgelwerk errichtet. Erbauer war die Grazer Orgelbaufirma Hopferwieser. Hopferwieser hat seine Orgeln mit einer „Opus-Nummer“ versehen. Es ist leider nicht mehr bekannt, welche Nummer die St. Anna´rer Orgel erhielt. Diese Orgel hatte 13 Register und war mit 777 Orgelpfeifen ausgestattet. Der Spieltisch hatte 2 Manuale und 1 Pedal.
Das pneumatische Orgelwerk war Ende des 19. Jahrhunderts eine Entwicklung von Hopferwieser. Dabei wurden die Pfeifen nicht mehr mechanisch, sondern pneumatisch – mit Luft angesteuert. Später stellte sich jedoch heraus, dass die leichtere Bespielbarkeit mit einer höheren Störanfälligkeit verbunden war – ein Grund, dass heute diese Technologie nicht mehr zur Anwendung kommt.

Was geschieht mit unserer alten Orgel:
Ursprünglich war die Versteigerung der Orgelpfeifen vorgesehen. Zwischenzeitig erreichte uns ein Anruf aus Polen – aus der Pfarre „Gottes Vorsehung“ in der Diözese Rzeszow. Da diese Pfarre derzeit ohne Kirchenorgel ist, eine neue jedoch nicht finanzieren konnte, war man auf der Suche nach einer ausrangierten Orgel. Somit ging unsere alte Orgel nach dem Abbau Anfang des Jahres nach Polen, wird dort von einem Liebhaber saniert und mit neuen Registern aufgewertet und so vielleicht noch ein paar Jahrzehnte Verwendung finden.

Unsere 3. Kirchenorgel:
Sie wird von der Orgelbaufirma Mathis aus Näfels, Schweiz gefertigt. Zu Jahresanfang haben wir den Orgelkasten dorthin geliefert. Die Vorderansicht – Prospekt - muss erhalten bleiben. Dies ist eine Auflage des Bundesdenkmalamtes.
Unsere neue Orgel wird mit 20 Registern ausgestattet sein (2 Manuale und ein Pedal). Ein Teil des Orgelwerkes wird in das Rückpositiv verlegt, das in die Brüstungsmauer der Orgelempore eingebaut wird.
Die Registrierung der Orgel wurde von Dr. Franz Karl Praßl, Univ.Prof. in Graz erstellt. Sie sieht folgendermaßen aus:

Rückpositiv C - g´´´Coppel 8´Praestant 4´Gedacktflöte 4´Sesquialtera 2-fach 2 2/3´
Octav 2´Quint 1 1/3Hauptwerk C – g´´´Bourdon 16´Principal 8´Rohrflöte 8´Gambe 8´Octav 4´Spitzflöte 4´Doublette 2´Mixtur 3-4 fach 11/3´
Trompete 8´
Cornet 3 fach 22/3´

Pedal C – f´Subbass 16´Octavbass 8´Gedecktbass 8´Choralbass 4´Posaune 16´
Die Orgelbaufirma hat international einen hervorragenden Ruf. Sie hat z. B. beide Orgeln in Mariazell, die „Papst Benedikt-Orgel“ in Regensburg und die Orgel in der sixtinischen Kapelle in Rom gebaut.
Wir dürfen uns sicher auf eine hervorragende Orgel freuen, bei deren Finanzierung uns eine großzügige Gönnerin, die anonym bleiben möchte, unterstützt.